Bye-bye Facebook

Facebook ist out – diese Aussage ist nichts Neues und schockiert auch erstmal nicht. Das größte soziale Netzwerk der Welt scheint besonders bei Teenagern nicht mehr die Nummer eins zu sein und wurde unlängst von Instagram, Snapchat und Co. abgelöst. Was ist wirklich dran an all den langanhaltenden Gerüchten?

 

Vorweg einmal: Fakt ist, Facebook gehört immer noch zu den wichtigsten Kommunikationsmedien unserer Zeit. Social Media ohne Facebook -  nicht vorstellbar. Dennoch ist die Konkurrenz gewachsen. Die Online-Dienste Instagram und Snapchat und allen voran der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp scheinen Facebook überholt zu haben. Dies geht auch aus einem Artikel der FAZ über eine Studie zur Mediennutzung Jungendlicher in Deutschland heraus. Demnach nimmt die Verwendung von Facebook gerade bei unter 18-jährigen ab, wohingegen „95 Prozent der Jugendlichen aller Altersgruppen regelmäßig WhatsApp“ nutzen. Die „pragmatischen Bedürfnisse“ der Jugendlichen, nämlich einfach nur zu kommunizieren, stehen hier im Mittelpunkt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzung von Instagram und Snapchat deutlich gestiegen, besonders bei jungen Mädchen scheint die visuelle Form der Kommunikation sehr beliebt zu sein.

 

Worauf ist also die steigende Popularität von Instagram und Snapchat zurückzuführen? Ist Facebook wirklich einfach nur uncool oder bieten die anderen Plattformen den Nutzern Features, die Facebook einfach nicht bedienen kann? WhatsApp steht in diesem Fall außen vor, denn, wie bereits oben genannt, ist es schnell und einfach - genau das was Jung und Alt wollen. Direct-Messaging steht hier im Mittelpunkt. Ein interessanter Punkt ist, dass jede App einen anderen Fokus hat. Obwohl man bei allen chatten und Fotos teilen kann, konzentriert sich Instagram fast ausschließlich um das Posten von Bildern und der Untertitelung von Hashtags, unter denen die Bilder verlinkt werden. Bei Snapchat steht das Teilen von kurzen Videosclips, genannt Snaps, im Vordergrund.

 

Vielleicht spielt die popular culture hier auch eine wichtige Rolle. Blogger und Influencer beeinflussen die sozialen Medien stark. Wer postet auf welcher Plattform am meisten? Wer hat wo die meisten Follower? Auch hier herrscht das Gesetz des Angebots und der Nachfrage. Blogger brauchen Follower, dementsprechend sind sie aktiver auf Plattformen, die bei der Zielgruppe am beliebtesten sind und vice versa. Hier muss man auch bedenken, dass sich alles um die Anzahl der Likes und Klicks dreht, da online Beliebtheit nämlich an Likes gemessen wird. Liefert Facebook also weniger Likes im Vergleich zu Instagram, ist die logische Konsequenz, dass die Letzteres intensiver genutzt wird.

 

Hier geht es auch nicht nur um Blogger, denn wenn wir mal ehrlich sind, möchten auch „normale“ Leute möglichst viele „Gefällt mir“-Klicks und Kommentare unter ihren Posts. Man könnte sich jetzt auch fragen, ob das Desinteresse aus Seiten der Jugend vielleicht besteht, weil Facebook von Erwachsenen öfter genutzt wird als Snapchat und Instagram. Möchten Kinder und Jugendliche eine eigene Plattform ohne ständig dort ihre Eltern „anzutreffen“? Möglich wäre es, denn welcher Teenager möchte schon die selbe Plattform nutzen wie seine Eltern oder Großeltern. Total uncool! Mama und Papa sollen nicht teilhaben an der ständigen Selbstinszenierung. Bild hochladen, Filter drauf, ein paar Hashtags – und fertig. Im Vergleich zu Facebook, wo man sein ganzes Profil mit Hilfe einen riesigen Fragebogens erstellen kann. Wie bereits oben genannt, wird einfache Handhabung umfangreicher Funktionalität vorgezogen. Das was zählt ist, wie man schnellstmöglich neue Fotos und Videos teilen und aufrufen kann – und das alles ohne die Likes von Mutti & Co.

 

Blüht Facebook also, aus Seiten der Jugend, ein ähnliches Ende wie einst ICQ, Flickr und studiVZ...?