Wieder ein Jahr älter

„Happy Birthdaaaay!“ hieß es am Mittwoch bei uns im Büro, denn unser Lieblingsmitarbeiter Charly ist wieder ein Jahr älter geworden! Sportlich, smart und gutaussehend ist unser Rüde im Korb auch noch mit seinen stolzen sieben Jahren. Anders als wir Menschen häufig, geht er ganz entspannt mit dem Älterwerden um. Denn wer kennt es nicht? Langsam bewegt sich die Zeit auf den Geburtstagsmonat zu und der Alters-Blues schleicht sich ein. Ob es aus dem Teenie-Alter in die Zwanziger geht, die Drei vor der Null nun endgültig das Erwachsensein ankündigt oder sich die Panik einschleicht, wir hätten mit Vierzig schon fast die Hälfte unseres Lebens hinter uns  – älter werden ist immer hart. Und wird leider - je älter man wird - immer mehr zu einer psychischen Belastung. Mit der Zeit fangen wir an, uns immer mehr Fragen zu stellen. Will ich eine Familie gründen und ist dies  überhaupt noch möglich? Habe ich den richtigen Beruf gewählt? Wenn wir jedoch einmal den Tatsachen ins Auge blicken, merken wir: Wir haben noch immer nicht den richtigen Partner für eine Familiengründung gefunden haben, sondern wischen verzweifelt nach rechts und links. Die beste Freundin fragen wir unauffällig, ob in ihrem Unternehmen noch jemand gesucht wird – natürlich “nur aus Interesse an ihrem Leben“. Das panische Entgegenwirken der Tatsachen folgt gleich darauf:

Wir gehen auf Parties,  obwohl wir lieber auf der Couch sitzen würden, um uns danach sagen zu können, wir brauchen weder Mann und Kinder und gehen lieber unabhängig feiern, um unser Leben zu genießen. Wir quälen uns jeden Dienstag und Donnerstag nach der Arbeitszeit ins Fitnessstudio, um mit aller Kraft gegen Cellulite anzuschwitzen... Und erwischen wir eines Morgens im viel zu grellen Badezimmerlicht diese klitzekleine Falte am Auge, wird das Frühstück ausgelassen und vor der Arbeit noch schnell zur Drogerie geeilt. Die überteuerte Faltencreme wird uns sicher aus der Lebenskrise retten. Ganz schön viel Stress dafür, dass der Geburtstag jedes Jahr unumgänglich auf uns zukommt. Vielleicht sollten wir die Situation so angehen wie unser Charly. Der macht sich über all das keine Gedanken sondern freut sich über seine extra-Geburtstagsportion im Hundenapf und sein überdimensionales Stofftier.