Promovierter Trainee?!

Promotion in Politikwissenschaften und dann Trainee bei der PR-Agentur Griffel & Co in Hamburg! Wie passt das zusammen? Verzweiflungstat? Angst vor der Arbeitslosigkeit als Geisteswissenschaftler? Warum eine PR-Agentur in Hamburg, bedarf wohl keiner Erklärung, wenn die schönste Frau der Welt (die eigene Freundin) in der schönsten Stadt der Welt lebt. Promotion und PR-Trainee dafür aber umso mehr! Nun, wer schon ein Mal promoviert hat, kennt es vielleicht: Eine Promotion ist eine ziemlich einsame Angelegenheit. Lediglich mit dem eigenen Doktorvater ist manchmal ein Dialog erforderlich, ansonsten ist die dominante Form der Kommunikation, die des Monologes. Da mir das zu wenig war, habe ich Zeit meines Studiums und meiner Promotion nebenher als Barkeeper gearbeitet. Ohne es schön zu Reden: Ja! 30 Std. am Wochenende zu arbeiten, vielleicht noch ein oder zwei Schichten unter der Woche zu übernehmen und dann noch zu studieren und zu promovieren, war nicht ganz einfach. Trotzdem war der Umgang mit den Kunden eine sehr willkommene Abwechslung vom ewigen Lesen, Denken und Schreiben. Es ist also keine Übertreibung, wenn ich sage, dass der beratende Umgang mit den Gästen eine Quelle der Motivation war, sich auch am nächsten Tag wieder dem Monolog zuzuwenden.

Promotion und Gastronomie, irgendwo dazwischen lag also der ideale Job für mich. PR schien und scheint mir Elemente beider Seiten zu beinhalten. Es basiert auf Kommunikation mit und für Kunden. Gleichzeitig ist es jedoch nicht einfach nur „Geschwafel“ oder Verkauf von Botschaften. Ähnlich wie in der Wissenschaft muss man sich in ein Thema Einlesen, Denken und Schreiben. Eine PR-Kampagne läuft auch heute trotz Facebook, Twitter und Instagram eben nicht von selbst. Und das ist auch der Grund, warum ein Einstieg als Trainee notwendig war. Wer glaubt, mit seinen Theorien der Kommunikation, analytisches Arbeiten und gutes Schreiben schon ein PR-Profi zu sein, lebt noch in seinem Elfenbeinturm. Es hilft und zählt nur praktische Erfahrung. Da kann die Promotion noch so gut sein.

Und warum die PR-Agentur Griffel & Co? Wegen der Stellenausschreibung!!! Viele Agenturen Preisen in ihren Stellenausschreibungen Gratis-Obst, gemeinsame Mittagessen und ihr tolles Team an und setzen auf der anderen Seite Kreativität, Engagement und selbständiges Arbeiten voraus. Aber nur eine verlangt auch nach einem starken Wurfarm für ihren „non-verbalen Kommunikationsexperten“, auch Charly genannt, einer französischen Dogge. Nicht, dass ich meinen Arbeitgeber auf Grund seiner tierischen Mitarbeiter auswähle, aber die Stellenausschreibung hat eine Arbeitsatmosphäre vermittelt, die mir sofort zugesagt hat. Und ich muss sagen, schon nach den ersten Tagen fühle ich mich sehr wohl und gut aufgehoben. Vorweg, es wird hier auch gearbeitet und das sehr erfolgreich. Aufgrund der kleinen Größe des Teams wird man auch sehr schnell in die tägliche Arbeit eingebunden, gefordert und lernt auch dementsprechend viel. Trotzdem kommt der Spaß hier nie zu kurz. Sei es der Witz auf Kosten eines Kollegen oder die olfaktorischen Ausdünstungen der Agenturhunde: Es gibt immer was zu lachen. Das, was die Stellenausschreibung versprach, wurde gehalten!